Dienstag, 6. Oktober 2015

1. Woche auf dem Moorhof

Die erste von vier Wochen ist nun fast um, Zeit für einen Bericht. Da ich ziemlich erledigt bin, heute mal nur im Telegrammstil.
Es ist auf dem Moorhof definitiv mehr zu tun, als bei Bent. Das Zuschauen und Arbeiten mit dem eigenen Pferd, sprich das Lernen, für das ich hergekommen bin, bleibt leider etwas auf der Strecke. Teilweise habe ich nicht einmal Zeit, Salut zu putzen. Noch hoffe ich aber, dass sich das bald ändert.
Wir hatten direkt vom ersten Tag an Unterricht bei Marius, am Wochenende auch mal bei seiner Freundin. Beide haben mir sehr gute Tipps gegeben, mit denen sich unsere Zusammenarbeit direkt verbessert hat.

Salut hat sich sofort mit dem Pony meiner Mitpraktikantin angefreundet, inzwischen fressen sie sogar zusammen aus einem Bottich.
Die Sonnenaufgänge sind spektakulär.






Mittwoch, 30. September 2015

Angekommen 2

Arrived 2

Nach einer unspektakulären, 50-minütigen Fahrt sind die Prinzessin und ich heute nachmittag wohlbehalten auf dem Moorhof angekommen, wo wir die nächsten vier Wochen verbringen werden.
Salut hat sich bereits Halle und Platz angeschaut und es sehr gelassen genommen, danach durfte sie auf die Wiese. Nun steht sie in einer -für meinen Geschmack etwas wenig - eingestreuten Box und mümmelt ihr Heu. Ich denke, ihr geht es gut.

Ich muss mir mein Zimmer noch bis Sonntag mit einer anderen Praktikantin teilen, aber es ist ok.
Menschen und Pferde hier sind sehr nett und ich bin gespannt auf die nächsten Tage und Wochen.
Bilder folgen.


After an unspectacular 50 minutes drive, the Princess and me arrived at the Moorhof this afternoon. Salut already had a look around everything and was quite relaxed. Afterwards sie went on the pasture and now she is chewing away a pile of hay in her box.

I was welcomed nice by nice people and horses. My room is okay, but until sunday I have to share it with another intern. 
I am looking forward to what is coming the next days and weeks.
Pictures will follow.


Mittwoch, 9. September 2015

News

So schnell kann´s gehen: Schon in drei Wochen mache ich erneut ein Praktikum, dieses Mal bei Marius Schneider auf dem Moorhof. Da ich jemanden vertrete, der ausgefallen ist, habe ich diesen Platz sehr spontan bekommen und aus dem gleichen Grund werde ich dort auch nur vier Wochen sein. Eine perfekte Dauer, finde ich, wenn man sein Zuhause schnell vermisst und vermisst wird. Und das Witzige daran: Auch Bettina, mit der ich bereits bei Bent gearbeitet habe, ist dann als Praktikantin dort. Ich bin sehr gespannt, wie es Salut und mir gefällt und werde natürlich berichten, was wir so erleben.


Soon, in three weeks only, I will again start as a working student, this time at Marius Schneider´s Moorhof.  As I am stepping in for somebody else, I got the place really spontaneously and from the same reason, I will only stay for four weeks. Which is a perfect time span for someone, who misses home quite fast and is missed a lot in return. And the funny thing is: I will work with Bettina again, my co-worker from Bent´s place. I am anxious, how Salut and me will like it there and of course, I will write about it.

Montag, 7. September 2015

Blick und Hals

Expression and neck


(English version below)

Das hier war nicht geplant, deshalb gibt es auch nicht viel Text.
Neuerdings mache ich wieder mehr Bilder und die habe ich gerade mal mit älteren verglichen.
Schaut mal, wie sich der Hals verändert hat von kurz und dick über kurz und dünn zu lang und elegant! Ganz besonders schön finde ich, dass sich gleichzeitig auch der Blick meiner Prinzessin enorm gewandelt hat. Sie schaut nun viel wacher, aufmerksamer und interessierter ihre Umwelt an.


This was not planned, so there is not much text.
I started to take photos again and few days ago I compared the new ones with older pics.
See, how Salut´s neck has changed from short and thick over short and thin to long and elegant.
Even more happy I am with the expression in her face, which is now a lot more open, attentive and interested than it was a year before.

Sonntag, 30. August 2015

Drei Monate danach

Three months after 

(English version see below)

Ich bin tatsächlich schon fast drei Monate wieder zuhause. Zurück aus Toreby, der Pferdeblase. Zurück in meinem normalen Leben, zurück am Schreibtisch. Was habe ich die ganze Zeit getan? Wie empfinde ich rückblickend das Praktikum in Dänemark?

Sofort nach meiner Rückkehr musste ich mich an die Arbeit machen, schließlich waren es nur noch zwei Wochen bis zur Disputation, der Verteidigung meiner Doktorarbeit. Ein 45-minütiger Vortrag mit anschließender Diskussion. Hochschulöffentlich. Diese Vorbereitung war ein Graus. Nicht, weil es so schwer wäre, einen Vortrag über das zu halten, woran ich drei Jahre gearbeitet und worüber ich 150 Seiten geschrieben habe. Sondern, weil ich von 100 auf Null zurück musste, bewegungsmäßig. Von den ganzen Tag schuften wie ein Tier auf den ganzen Tag bewegungslos am Schreibtisch sitzen und denken. Von täglich mehrfachem Ponyspaß zu langer Anfahrt und einmal am Tag Hallo sagen. Ist einfach nicht mehr mein Ding. Was solls. Ich hab mich zusammengerissen und es hat geklappt. Sobald die Sache publiziert ist (da kümmert sich die Uni Bibliothek drum) dürft ihr mich Frau Doktor nennen. Wenn ihr wollt.

Tja, danach fing dann die Stellensuche an, mindestens genauso ätzend und zusätzlich noch frustrierend. Also habe ich mir - zur Ablenkung und um meinen Reitunterricht auf eine neue Ebene zu heben - die Themen-Kurzseminare ausgedacht. Und dann einen Namen: EquiLogie im Kleinen Cafe. Die Vorbereitung des ersten Seminars zum Thema Bewegung und Blickschulung hat einen Riesenspaß gemacht und abgesehen von meiner leichten Nervosität lief es dann auch ganz gut. Inzwischen bastel ich am zweiten Seminar, in dem es um Hilfen und Sitz gehen soll (schaut unter Termine).

Mit dem Reitunterricht hat es sich gut angelassen, es sind ein paar Schüler dazu gekommen und ich bin von allen begeistert. Jedes Mal, wenn ich zu den Ställen komme, hat es Fortschritte gegeben, ich sehe zufriedene Pferde und Menschen.

Und ich selber? Ein bisschen habe ich ja schon letzte Woche unter der Überschrit Mein neuer Filzsattel geschrieben. Zuerst war es schwierig, aus der Pferdeblase in den normalen Alltag und die Stallzeit zu finden, mit nicht akademisch reitenden zu kommunizieren und mein Pony nicht mehr so intensiv trainieren zu können. Zuerst hat die Qualität der Arbeit auch darunter gelitten, es tauchten wieder alte Probleme auf, Salut wurde zusehends unmotivierter. Dafür habe ich aber wundervolle Ausreitpartnerinnen gefunden, zu denen wir halbwegs regelmäßig fahren. Das macht auch der Prinzessin Spaß, die inzwischen anscheinend recht gerne mal wegfährt.
Irgendwann fiel ich mal wieder in ein Tief: Kein Job, kein erneutes Praktikum, frustriert vom Pony und dem Stadtleben. Das hat das Pony natürlich direkt mitgezogen und mich dann wieder weiter.....
Seit ein paar Tagen hat sich meine innere Lage aber wieder beruhigt. Ich bin immer wieder überrascht, wie sehr sich meine Laune auf Salut auswirkt. Auch sie ist wieder besser drauf, aufnahmefähiger, motivierter. Am Freitag sind wir so schön geritten, wie schon lange nicht mehr!

Ich schaue gerne und wehmütig auf meine Praktikantenzeit in Toreby zurück. Beinahe vergessen ist die Anstrengung am Anfang, als ich erst Muskeln aufbauen musste, fast lächerlich erscheint mir meine Frustration, dass Salut zuerst nicht mitmachen wollte und wir anfangs nur sehr kleinschrittig (ich dachte: gar nicht) vorangekommen sind. Über Missmut, den ich damals empfand, kann ich jetzt lachen. Ich will nochmal!

Ok, jetzt mal Butter bei die Fische, wie war´s, so im Rückblick?
Die ersten vier Wochen waren die schlimmsten, weil alles so chaotisch geregelt war, die Arbeit so anstrengend, Salut so prinzessinnenhaft, die Kollegin so un-freundschaftlich. Ich wollte nach Hause. Nachdem Salut sich mit den Gemälden in der Halle angefreundet hatte (nach ca. zwei Wochen) wurde es etwas erträglicher, blieb aber weit hinter meinen Erwartungen zurück. Die Unterrichteinheiten waren kurz, ich hatte immer das Gefühl, "es zu versauen", dass wir nichts lernen. Die andere Praktikantin war nicht an Freundschaft oder Teamwork interessiert, sondern nur daran, selber wenig Arbeit zu machen. Eigentlich habe ich mich nur darauf gefreut, eine neue Mit-Praktikantin zu bekommen. Sie kam dann nach vier Wochen. Aber auch mit ihr war dann nicht alles einfach, ich musste mehr Arbeit übernehmen, weil sie Probleme mit dem Handgelenk hatte. Ich habe meinen Mann verimsst und er mich noch mehr. Ich habe mich jeden Tag auf unser kurzes Telefonat gefreut, gleichzeitig wusste ich aber, dass es uns traurig machen würde.
Ich habe sage und schreibe erst acht Wochen lang gedacht, ich verschwende meine Zeit, ich lerne nichts und mache mich kaputt dabei. Dann hat es plötzlich Klick gemacht - bei Salut und auch bei mir. Und von dem Moment an war alles super: Die Reitstunden waren besser und erfolgreicher, die Arbeit einfacher, das Wetter schöner. Wir Working Students haben uns die Arbeit schlauer aufgeteilt, sodass wir mal länger zwischendurch Freizeit hatten. Nach zehn Wochen war ich traurig, dass mir nur noch so wenig Zeit bleibt und zum Schluss wäre ich gerne dort geblieben. Ich hoffe, ich habe irgendwann nochmal die Gelegenheit, ein kürzeres Praktikum bei Bent und Kathrin (und auch bei einem anderen Trainer) zu machen!

Ganz toll fand ich, dass jede Woche andere, tolle, interessante Leute als Week Students auf den Hof kamen und in unserer WG wohnten. Wir haben bei jeder Gelegenheit Pferdegespräche geführt und ich habe ihnen so oft es ging bei ihrer Arbeit zugeschaut und dadurch enorm viel gelernt. Ich habe neue Freundschaften geschlossen und habe das Gefühl, zu einer Gemeinschaft zu gehören, die ganz Nordeuropa umfasst - und das ist ein wunderbares Gefühl. Ich freue mich darauf, viele von ihnen irgendwann wiederzusehen.



I am back home for three months now - back from Toreby, the horse-bubble. Back in my normal life, back at the desk. What have I done since then? What do I think about my internship from the retrospecitve view?

Directly after my return I had to start working on my presentation - I had only two weeks left until my disputation, the defense of my doctors thesis. 45 minutes oral presentation and the same time for discussion - open for everyone at my university. Preparing for this was horrible. Not, because it is hard to talk about what I have been working at for three years and wrote 150 oages about. But because I had to come back from 100 to zero, concerning movement. From working hard all day long to sitting more or less without moving, only thinking. From multiple times of fun with my pony each day to travelling half an hour to have some time for concentrated work. That is just not what I like. However, I pulled myself together and was very successful. As soon as my thesis has been published you may call me Doctor. If you like to.  

Well, after finishing with this, I had to start finding a job to get some money, which is nearly as boring and frustrating as working on the presentation. To have some distraction and something to look forward to, and to improve my riding lessons, I decided to hold short seminars on special topics in the academic art of riding, like learning to distinguish correct from false movements and the aids and seat. Preparing these is fun and I am learning a lot myself, too. The first seminar is already over and was quite good, now I am looking forward to the second one (see Termine). 

I have some old and some new riding pupils and I am happy with all of them. Each time I come to the stables I can see a new development, pleased humans and horses.

What about myself? A bit I already wrote last week about the new Filzsattel. At the beginning it was hard to find back to a normal day, without the horse-bubble. It was unsatisifiyng not to be able to train my horse so intensively. At first, the quality of our work decreased, old problems reappeared and Salut lost motivation. But instead, I found wonderful people to ride out with, whom we are visiting now quite regularly. That is fun for both of us - the princess and me - and she even seems to like driving somewhere now.
Nevertheless, I got a bit depressed: no job, no new internship, frustrated by the pony and living in the city. This resulted in Salut getting depressed and even less motivated, then me again,....
A few days ago, I regained my inner balance. Not for the first time I am surprised, how much my own wellbeing influences my horse´s emotions. She, too, is now happier, more concentrated and motivated. Last friday we rode as nice as we did not since May.

I like to look back at my time as a working student at Bent´s and Kathrin´s place and I miss it. Nearly forgotten is the painful beginning, when my muscels had to buid up for the daily routines, nearly ridiculous seems my frustration because Salut did not want to cooperate at first so that we only had a very slow (I felt like absolutely no) progress. Today, I can only laugh about the discontent I felt back in march. I want to be there again!

Okay, honestly, how was it, from today´s point of view?
The first four weeks were the worst, as everything seemed to be so chaotic, work was so exhausting, Salut such a princess and my co-worker not my friend. I wanted to go home. 
After Salut had made friends with the paintings on the walls in Bent´s arena (wich was after two weeks), it got a bit better, but was still not what I had expected. The lessons were too short and I had the constant feeling, that I totally failed. Furthermore, I felt like my collegue gave me more and more of her work, so I was looking forward to the next intern, who should replace her in April. But with her it did not really get easier, as she had problems with her wrist and was not able to do the heavy work. I missed my husband and cats and he missed me even more. Each day I was looking forward to our short telephone call, although I knew it would leave me sad.
Eight weeks I really thought I was wasting my time, do not learn anything and damage my body. Then suddenly it made klick - with Salut and with me. And from then on, everything was super: lessons got better and more successful, work got easier, weather better. We working students structured our workload smarter, so we had more free time. After ten weeks I was sad, that I would have to leave so soon and at the ent I would have liked to stay a bit longer. 
Now I am hoping to get the chance of another internship there or at another trainers place, someday.


A very special aspect was that each week other nice, interesting people came to the place as week students and lived in our apartment. Everytime we had the chance, we did horse-talk and whenever possible I watched them working with their horses. I learned so much from the week students! I made new friendships and enjoyed the feeling of being part of a community, which involves people from all over north europe - and that is a wonderful feeling. I am looking forward to meet some of them again someday.




Freitag, 28. August 2015

Mein neuer Filzsattel

My new Filzsattel

 (English version see below) 
 

Ich habe mit Salut schon viele Sättel ausprobiert, bin schlecht beraten worden, habe gute und schlechte Käufte getätigt und beinahe geglaubt, wir finden nie etwas, das zu Saluts Rücken passt. Über meinen R.O.C. habe ich ja schon ausführlich geschrieben. Den benutze ich immernoch gerne - aber ausschließlich im Gelände. Zum Reiten "Zuhause" hatte ich ein Barebackpad Ride on Physio, mit dem ich lange Zeit zufrieden war, weil es zumindest einige Anforderungen erfüllte: Es schützt den Pferderücken vor zu stark punktuellem Druck durch meine Gesäßknochen, lässt aber gleichzeitig das Fühlen der Bewegung zu, in beide Richtungen. Die Gurtung verteilt das Gewicht über den Rücken, anstatt, wie bei anderen baumlosen Sätteln oder Pads, nur über den Widerrist zu verlaufen. Zusätzlich ist er in begrenztem Maße durch Polster anpassbar.

Wie gesagt: Ich war lange zufrieden. Bis ich dann während meines Praktikums auf Lindegaard Kathrins Filzsattel ausprobieren durfte.

Der Filzsattel besteht aus Wollfilz, welches mit mehreren Schichten aus Schäumen und Polstern kombiniert ist. Auf diese Weise ist er leicht, bequem und anpassungsfähig. In der Komfortversion wird zusätzlich entlang der Wirbelsäule ein schmales Polster eingearbeitet, das die Sitzposition leicht erhöht und es Reitern mit schmalerer Hüfte ermöglicht, ihre Sitzbeinhöcker neben dem Wirbelkanal zu platzieren und gleichzeitig ihre Beine  in einen gestreckten Sitz "fallen zu lassen".

Das war ein riesiger Unterschied zu meinem Pad, welches mich eher im Stuhlsitz festgezurrt hat. Plötzlich konnten meine Beine nach unten lang werden, mein Sitz hatte eine bessere Einwirkung. Ich wollte gar nicht mehr mit etwas anderem Reiten. Zum Glück erlaubte Kathrin es mir dauerhaft, ihren Sattel zu nutzen.

Aber als ich wieder nach Hause kam, musste ich wieder auf mein Pad umsteigen- und habe prompt das Reiten eingestellt. Es ging einfach nicht mehr! Schließlich hab ich es kurzentschlossen verkauft.
Ein paar Wochen lang ging dann alles, was ich mit den Reitstunden verdiente, in meine "Sattelkasse" und schließlich konnte ich mir auch einen Filzsattel bestellen.

Beim ersten Aufsitzen hab ich mich so gefreut, es fühlte sich an, wie ins frisch gemachte Bett fallen. Ich konnte gar nicht genug davon bekommen, in dem Sattel zu sitzen und auch Salut war zufrieden. Noch immer freue ich mich jedes Mal, wenn ich reite über das tolle Gefühl, die feine Verbindung, das locker fallende Bein, das in alle Richtungen beweglich ist und mein locker über den Rücken laufendes Pony. Mein Sitz kann jetzt feinere Informationen aufnehmen und korrektere Hilfen abgeben und meine Hüfte lässt sich besser platzieren.
Um eine lange Geschichte zusammenzufassen: Ich bin begeistert!

Wenn ihr euch auch über den Filzsattel informieren, euch einen Testsattel zuschicken lassen oder direkt einen eigenen bestellen wollt, findet ihr hier alles, was ihr braucht: www.filzsattel.de



I tried a lot of different saddles on Salut, was advised badly, bought not fitting ones and in the end nearly thought to never find some saddle that fits her back (which ist very short and a lot lower than the withers and the hip, while the hip is higher than the withers).
For riding in the fields I finally found an endurance saddle, called R.O.C., which is very short and which  I can change myself so it always fits. But this one is not at all flexible and what is good for the fields is absolutely not helping in the arena: I cannot feel Saluts movement and she cannot feel mine.
So for the dressage I used a pad, called Barebackpad Ride-on Physio. I was quite content with it, but only until I got the chance to try Kathrin´s Filzsattel at Bent´s and her place.

The Filzsattel consists of filt and several layers of foams and cushions. In this way, it is light, comfortable and adaptive. You can get it as a comfort version, which has an additional narrow cushion along the spine. This raises the seating position and makes it possible for riders with a small pelvis to place their seatbones away from the vertebral canal and let their legs fall long down the horses´ ribs.

This was a big difference from my own pad, which made me sit like on a chair. Suddenly my legs got long and my seat worked as a better aid. I did not want anything elso to ride on. Luckily, Kathin allowed me to use her Filzsattel all the three months.

But after I got home, I had to get back on my Bareback Pad - and the day I did that first I quit riding on my pony. It just did not work. Finally, I sold my pad and then for some weeks, every Euro I earned with lessons went into my "saddle-fund", so I could order a Filzsattel soon.

The first mounting was so joyful, it was like falling into a freshly made bed. I could not get enough of sitting on my new saddle and Salut was happy, too. I still enjoy the feeling when I am riding, the light connection, the loosely falling leg which is movable in all directions I wish, and my content walking little princess pony. My seat is now able to feel finer information and give correcter aids and I can place my hip better.
To make a long story short: I am enthusiastic about it!

If you are interested in the Filzsattel, you get more information here: www.filzsattel.de
On this page, you can also order a test saddle and your own one of course!







Donnerstag, 30. April 2015

Die Kunst für den Spaß

Wer schon mal auf einem Kurs von Bent Branderup war, hat mit Sicherheit schon das Zitata "L`Art pour L´Art" gehört. Die Kunst für die Kunst. Der Ausspruch stammt aus dem Barock, als man am Hofe nicht mehr (nur) ritt, um in den Krieg ziehen zu können, sondern aus aus Freude an der Kunst. Oder einfach, um auf Paraden oder beim Ringreiten zu glänzen. Das Pferd wurde zum Kunstgegenstand und die Kunst besteht auch heute noch darin, es zu formen. Die Formgebung und Gymnastizierung sollen das Pferd befähigen, sich selber schön zu fühlen, seinen Körper gesundheitserhaltend einzusetzen und auch mit dem Reiter auf dem Rücken seine Gelenke so zu nutzen, dass sie dabei keinen Schaden nehmen. Hierin liegt ganz offensichtlich das Wesen der Reitkunst. Lektionen erfüllen dabei einzig den Zweck, das Pferd zu gymnastizieren, sie haben keinen Selbstzweck. Sprich: Ich erarbeite keine Pirouette, um eine kleine Drehung auf der Hinterhand zu haben oder eben um eine Pirouette zu reiten, sondern, um dem Pferd zu helfen, noch mehr auf die Hanken zu kommen und Schulterfreiheit zu erlangen und um die Hüfte geschmeidig zu machen.

"L`Art pour L`Art" - Während meines Praktikums sehe ich permanent wirklich gute Reiter, bei denen dieser Satz sich verselbstständigt zu haben scheint. Obwohl immer wieder gesagt wird, dass "die Dressur für das Pferd da ist und nicht das Pferd für die Dressur" (Bent Branderup) und dass die Lektionen nicht für Zuschauer gezeigt werden sollen, sondern einzig den Zweck erfüllen, das Pferd zu schulen, habe ich doch den Eindruck, dass über dieser ganzen detailverliebten Kleinarbeit der ursprüngliche Gedanke verloren gegangen ist, der doch die meisten von uns in den Stall gebracht hat: Spaß mit dem Pferd haben zu wollen, den Kopf mal ausschalten und die Seele baumeln lassen zu können. Auf einem Pferd, das mir vertraut und dem ich vertraue schöne Stunden im Gelände zu verbringen und rasante Ritte über weite Wiesen zu erleben, um es mal ein bisschen kitschig auszudrücken.

Ich streite dabei nicht ab, dass auch die Arbeit in der Reithalle Spaß macht. Auch ich übe gerne die korrekte Biegung und Stellung, das Versammeln und wieder vorwärts gehen, Schulterherein, Kruppeherien, Traversalen und Pirouetten. Und ich merke, wie gut Salut diese Arbeit getan hat und tut. Man sieht es an ihrem Rücken, der wieder schön bemuskelt ist und weniger hängt, und an ihren Bewegungen. Gerade der Rücken, der immer ihre Schwachstelle war muss mich ja schließlich tragen können, wenn ich mir den Wind um die Ohren sausen lassen möchte. Aber ohne Ausreiten, ohne Hüpferlis, Freiarbeit, Zirkus und langes Putzen und Tüddeln möchte ich kein Pferd halten.

Genauso glaube ich, dass es auch dem Pferd keinen Spaß macht, jeden Tag Gymnastik zu machen und an den Bewegungen zu arbeiten, die ihm schwer fallen. So werde ich zum Sportlehrer, der bestenfalls nicht abgelehnt, aber eben bestimmt nicht als Freund betrachtet wird.
Ich versuche hin und wieder, mir mit der anderen Hand die Zähne zu putzen oder beim Fegen die linke Hand oben am Besen zu haben. Eigentlich einfache Bewegungen, die mir aber so rum ausgeführt sehr schwer fallen, sodass ich schon nach wenigen Minuten wieder aufgebe. Wieso gehen also so viele Reiter, auch Akademische Reiter, davon aus, dass es ok ist, jeden Tag über Minuten am Stück die schwierigen Dinge zu verlangen? Wieso können nicht mehr von uns einfach Spaß haben und mal für einen Tag die Kunst Kunst sein lassen und schauen, ob sie denn für unseren eigentlichen, ursprünglichen Traum schon einen positiven Effekt hatte?

Wir jedenfalls haben gestern das gute Wetter genutzt und sind zwei Stunden in den Wald gegangen. Heute hatte Salut Muskelkater, aber gute Laune. Und dann ist es doch völlig in Ordnung, dass wir in unserer Stunde heute nicht glänzen konnten, finde ich. Was meint ihr?

Salut und ich im Sommer 2006




Montag, 6. April 2015

Was für eine Woche!



Wow, in der letzten Woche ist so furchtbar viel passiert und es war so unendlich (tatsächlich, im wahrsten Sinne des Wortes) viel zu tun. Daher hatte ich leider keine Zeit, die Fotos für meinen zweiten Teil der Happy Hair Days aufzunehmen – aber das kommt dann demnächst! Jetzt möchte ich erstmal kurz von der Woche berichten.
Einmal im Monat ist Public Evening, dann dürfen interessierte Leute Bent und Kathrin bei ihrer Arbeit mit den Pferden zuschauen. Für uns Praktikanten bedeutet das natürlich extra viel Arbeit: Angefangen damit, dass die Pferde glänzen, Mähnen und Schweife ordentlich und Haar für Haar fallen müssen, geht es weiter mit dem Stall, der ebenfalls auf Hochglanz gebracht werden, dem Hof, der von sämtlichen Heu- und Strohresten befreit sein soll und der Reithalle, die ordentlich abgezogen und gewässert werden muss. Darüber hinaus müssen Stühle aufgestellt und abgewischt sowie sämtliches Sattel- und Zaumzeug geputzt werden. Eine Menge.
Dieses Mal hat sich Bent spontan entschieden, das Stroh- und Heulager aus der Halle in die Scheune zu verlegen – und zwar am Tag vor dem Public Evening. Somit hatten wir zu viert etwa 6 Stunden zusätzliche Arbeit. Dank des Sturms war dann auch noch eine ordentliche Menge Stroh und Heu draußen zusammen zu harken.
Meine Laune war wirklich auf dem Tiefpunkt, weil ich dadurch tatsächlich 2 Tage nichts mit Salut machen konnte, sogar meinen Unterricht bei Bent musste ich dafür ausfallen lassen. Inzwischen habe ich mich wieder abreagiert und fleißig mit dem Pony trainiert.
Wie immer waren diese Woche auch Week Students für Bent da. Und da gab es tatsächlich ein Highlight, denn einer davon war Christopher Dahlgren, ein akademischer Reitkünstler, den ich schon lange mal live sehen wollte, mit seinem Frederiksborger Hengst Saxo. Sie haben gemeinsam diese Woche die Passage- und Croupade-Prüfungen bestanden, was mich sehr für sie freut! Den beiden bei der Arbeit zuzuschauen war wirklich schön und hat mich sehr inspiriert.  Wesentlich dazu beigetragen haben aber auch die langen Gespräche, die wir alle abends geführt haben, fast schon Vorträge von ihm, in denen er seinen Ansatz der Arbeit mit den Pferden erklärt hat. Im Gegensatz zu Bent, der fast immer von der Versammlung in das Vorwärts geht, beginnt Christopher stets mit der Entspannung. So konnte ich ihn mit Saxo auch mal am langen Zügel schnelle Runden auf dem Zirkel galoppieren sehen, die dann langsam zur Versammlung, Pirouetten und fliegenden Wechseln wurden, sofort natürlich gefolgt von langem Zügel und Leckerchen.
Christopher arbeitet, inspiriert von seiner Frau, die wiederum Schülerin von Honza Blaha ist, und entsprechend der Horsenalities von Linda Parelli, seine Pferde vom Boden stets so, dass sie nach seinem Bauch suchen und das äußere Vorderbein seinem Körper folgt. Seine Pferde führt er somit nicht am Cavecon, obwohl sie eins tragen, sondern „am Bauch“. Wesentlich für seine Arbeit ist immer die Entspannung. Mir gefällt seine Art sehr gut und Saluts und meine Arbeit hat dadurch direkt profitiert. Auf der Grundlage der Entspannung ist Salut nun in der Lage, sich zu versammeln, ein paar Schritte Schulschritt zu gehen und sich anschließend wieder zu entspannen. Mein Pony ist im Moment sehr energiegeladen, sodass diese Art der Arbeit auch im Trab funktioniert. Da ich mich ja schon vorher mit Freiarbeit beschäftigt hatte, sind alle Bewegungen  sogar ohne Leder am Kopf möglich.  Es ist toll!!

video

Seit dem letzten Sonntag habe ich außerdem eine neue Mit-Praktikantin, Bettina. Wir kommen prima miteinander aus und auch unsere Ponies mögen sich schon. Mit Bettina macht die Arbeit mehr Spaß, wir haben uns viel zu erzählen und sind uns bei vielen Dingen, die Abläufe betreffend, einfach sehr einig. Auch, wie sie mit ihrem Pferd (und auch allen anderen) umgeht finde ich sehr, sehr nett. Ich freue mich auf die nächsten zwei Monate der Zusammenarbeit.


Mehr Informationen zu Christopher Dahlgren findet ihr hier: http://www.horse-vision.se/en

Bettina schreibt ebenfalls einen Blog, den ich sehr lesenswert finde. Schaut mal rein: beeandthehorse.com




Montag, 23. März 2015

Schimmelproblem



Ich habe ein Schimmelproblem, ein großes glaube ich.
Nach meinem ersten Reitbeteiligungspony, Gwen, und dem kurzen Tete-a-tete mit Voody gab es für mich nur noch Schimmel. Sogar jetzt, in Dänemark, sind die mir zum Putzen zugeteilten Pferde größtenteils schimmelig: Tableau – Tigerscheck, Cara – Grauschimmel, Swan – schwanenweiß. Auch der Wallach, mit dem Salut für den nächsten Monat den Paddock teilt ist weiß. Indus, Nebo und Naidoo machen meine Pferdefarbensammlung etwas bunter. 
Ich mag Schimmel, finde sie wunderschön. Warum das jetzt ein Problem ist?

Samstag, 14. März 2015

2 Wochen auf Lindegaard - Was ich bisher getan und gelernt habe

Seit 2 Wochen bin ich jetzt schon als Praktikantin bei Bent. Anfangs dachte ich, die ganze Arbeit ist doch gar nicht zu bewältigen. Aber nachdem ich mir einen Überblick verschafft, die Struktur des Tagesablaufes verinnerlicht und meinen Biorythmus angepasst hatte, wurde es leichter. Normalerweise habe ich ständig etwas zu essen in der Hand und eine Kanne Tee in Reichweite. Ich bin zwar hibbelig, aber ich sitze auch gerne mal faul rum. Das geht hier definitiv nicht!
Für alle, die es interessiert, was ich hier so mache oder die überlegen, sich ebenfalls zu bewerben, hier ein Überblick:
Mein Tag fängt um 5.30 Uhr an. Nach einem Glas Saft gehe ich zusammen mit der anderen Praktikantin in den Stall und füttere sowohl unsere, als auch die Gast- und selbstverständlich Bents und Kathrins Pferde mit Heu. Während sie das mümmeln, misten wir die 10 Boxen von Bent und Kathrin inklusive der Paddocks. Um halb 7 gibt es dann Kraftfutter für alle, danach wird weiter gemistet, neu eingestreut, Wasser in die Eimer gefüllt und gefegt. Zwischendurch bringen wir schonmal Pferde auf die Wiesen. Dann putzen wir den Rest, damit Bent und Kathrin sie später zum Reiten nur noch holen müssen. Nach dem Haken des Hofes können auch wir endlich fühstücken.
Ab 9 Uhr fangen wir mit unseren Reitstunden an (Dienstag, Mittwoch und Donnerstag), danach sehen wir bei denen der Weekstudents zu. Da viele Leute hier aus Skandinavien kommen, ist der Unterricht meist auf englisch. Ab 11 Uhr beginnen Bent und Kathrin, mit ihren Pferden zu arbeiten und auch hierbei sitzen wir in der Halle, um vom Zuschauen zu lernen und Fragen zu stellen. Zwischendurch müssen aber auch einzelne Pferde reingeholt oder raus (auf die Wiese/ Paddocks) gebracht und geputzt, sowie Heu und Stroh für die nächsten Fütterungen abgewogen werden. Ab ungefähr 13 Uhr haben wir dann Pause, bis wir um 14 Uhr wieder zum Füttern, Wasser nachfüllen und Fegen raus müssen. Meistens miste ich dann noch meine eigene Box und die eines Berittpferdes aus und übe mit Salut, was Bent und als Hausaufgaben gegeben hat. Nachmittags werden nochmal Pferde auf den Wiesen ausgetauscht und manchmal hat jemand Reitunterricht, dem ich zuschaue. Ansonsten kann ich in der Zeit einkaufen, kochen, mich erholen oder hier was schreiben. Abends wird wieder gemistet, gefüttert, getränkt und gefegt bis ca. 19.30 Uhr. Wenn ich danach noch Energie übrig habe, was meistens der Fall ist, gehe ich erneut mit der Prinzessin in die Halle um zu üben.
Um 21.30 Uhr falle ich dann im Gehen um und muss schlafen.

Und jetzt zu der anderen spannenden Frage: Was habe ich in den 2 Wochen gelernt (abgesehen von Organisation)?
Nun, die erste Woche ging eigentlich dafür drauf, anzukommen und meine Prinzessin zu beruhigen, ihr die Halle zu zeigen und trotz ihrer Rennerei ein wenig den inneren Hinterhuf zu mehr Vorwärts zu bewegen. Erst in der zweiten Woche konnte es richtig los gehen mit dem Unterricht. Bent hat festgelegt, dass wir im ersten Monat erstmal vom Boden arbeiten. Dabei wechseln wir zwischen Boden- und Longenarbeit hin und her, erklären dem Pony zuerst per Bodenarbeit, was wir wollen, um es danach auch in der Distanz zu probieren. Im Wesentlichen geht es gerade darum, das Genick, die Schultern und die Hinterbeine jeweils von außen und innen ansprechen und steuern zu können. Übergänge zwischen vorwärts und Versammlung, Kruppeherein und Schulterherein und beidem gleichzeitig, Energie aufbauen und fließen lassen sind die Aufgaben, wobei wir versuchen, meine Körpersprache zu verdeutlichen und gleichzeitig auf ein Minimum zu reduzieren, mit dem ich dann wiederum Saluts Körper steuern kann. Das ist tatsächlich Kopfarbeit für mich und anstrengend für uns beide. Bent ist sehr anspruchsvoll und ein guter Lehrer und Kathrin hat gute ergänzende Tipps gegeben. Das selbstständige Üben ist jedoch wirklich wichtig, um das in den Stunden angelernte tatsächlich zu festigen. Wenn etwas nicht funktioniert, werde ich immer dazu aufgefordert, Fehler mal zuzulassen und zu schauen, wie ich sie mit meinerm Körper, mit dem Zeigen der Gerte oder anderem Treiben korrigieren kann. Das braucht Konzentration, Zeit und Einfühlungsvermögen und manchmal ist es schwer, das alles aufzubringen, wenn der Tag so anstrengend war. Aber bisher läuft es ganz gut, möchte ich behaupten.

Auch am Wochenende sollte ich eigentlich viel üben, aber um den Kopf mal frei zu bekommen, haben wir eben einen langen Spaziergang gemacht. Der war eigentlich kürzer geplant, nur haben wir uns leider verlaufen....

Donnerstag, 12. März 2015

Was war denn da am Sonntag los?

15084
14676
13034
6871
22246
17294
16963
12720 (to be continued, the day still has some hours)

Ich trage meinen Schrittzähler hauptsächlich, weil ich sonst keine Uhr hätte. Aber es ist auch interessant zu sehen, wie viel ich täglich laufe. Eindeutig am meisten an den Tagen, an denen ich Unterricht habe. Sonntag scheine ich recht faul gewesen zu sein. Oder habe ich das Gerät da irgendwo liegen lassen?


Sonntag, 1. März 2015

Angekommen

Lange konnte ich mich darauf freuen, gestern war es denn so weit: Salut und ich sind zu unserem Praktikum bei Bent Branderup in Dänemark aufgebrochen. Aufregend war das. Für mich vielleicht mehr als für die Prinzessin, denn die wusste ja nicht, wohin es geht, als ich sie in den Hänger gebracht habe.


Die Überfahrt mit der Fähre war nicht so schlimm, wie ich gedacht habe. Entgegen der Vorschriften bin ich natürlich mit meiner Prinzessin auf dem Autodeck im Anhänger geblieben, um sie wenn nötig mit Bachblütentropfen zu beruhigen. Aber sie war reltiv gelassen- zum Glück, denn essen und trinken wollte sie nichts.

Als wir nach achteinhalb Stunden Fahrt endlich auf Lindegaard ankamen, hatte sie dann aber doch wirklich genug vom Ruhigstehen, daher haben wir abends noch zusammen die Halle erkundet (haaa - stellt euch hier dieses Geräusch vor, dass in Filmen kommt, wenn jemand eine Erleuchtung hat oder so), bevor es endlich Essen mit allen am Hof gab.

Ich freue mich jetzt auf lehr- und erfahrungsreiche drei Monate und hoffe, dass ich zwischendurch viel zu berichten habe!


Montag, 9. Februar 2015

Kleine Sattelkunde - mein Sattel

Nachdem ich vorletzte Woche zusammengefasst habe, was ich über Sattelbeurteilung weiß, möchte ich euch nicht vorenthalten, womit ich nun reite. Vorweg: Ich reite wenig - meist nur zwei Mal in der Woche - und nutze normalerweise das Barebackpad Physio, welches extra für Rückenproblempferde erfunden wurde. Ich reite damit maximal 45 Minuten am Stück, davon die größte Zeit im Schritt. Traben und galoppieren baue ich nur in kurzen Intervallen in die Arbeit ein und nur, wenn die Prinzessin den Rücken nicht wegdrückt und schön untertritt. Für diese Dressurarbeit bietet mir mein Pad unschätzbare Vorteile gegenüber einem Sattel: Ich kann besser fühlen, ob und wie sich der Rücken unter mit bewegt. Gleichzeitig kann mein Pony natürlich auch meine Bewegungen und Schwerpunktverlagerungen besser wahrnehmen. Meine Beine können locker und entspannt herab hängen, ohne von Steigbügeln in eine Richtung gezogen zu werden und ohne den Zwang, diese festhalten zu müssen. Ich kann die Beine auch aus ihrer natürlichen Position heraus woanders hin legen und meine Hüfte frei drehen, da mich kein starrer Sitz an einem Platz hält.
Aber wenn ich ausreite ist die Ausgangssituation anders. Dann müssen keine feinen Gewichtshilfen übertragen werden, dann möchte ich länger unterwegs sein können als 45 Minuten und auch schneller. Dann verlange ich nicht immer von meinem Pony absolute Konzentration auf mich, sondern möchte, dass sie auf die Bodenbeschaffenheit achtet und gönne es ihr auch, sich in der Gegend umzusehen. Dabei geht mir der Rüken leider oft verloren. All das sind Gründe für mich, nicht mit dem Pad auszureiten, sondern etwas stabileres zu bevorzugen.
Meine Anforderungen an meinen Sattel waren also:
  • Muss kurz sein, um zu der kurzen Sattellage zu passen
  • Soll sowohl für mein Pony als auch für mich auf langen Strecken bequem sein
  • Soll möglichst leicht sein, um auch mal in Richtung Distanzritt denken zu können
  • Soll auch für kleine natürliche Hindernisse geeignet sein
  • Sollte eine Befestigungsmöglichkeit für keines Gepäck, wie z.B. Regenmantel, besitzen
  • Muss günstig sein, denn mein Budget gab nicht viel her.
Noch lebhaft in Erinnerung hatte ich, wie eine Freundin, mit der ich früher oft ausgeritten bin, von ihrem ROC schwärmte, einem Distanzsattel. Also habe ich mich nach so etwas umgesehen. Die Firmenhomepage sah gut aus und bot ein breites Spektrum an Sättel für alle Ansprüche, nicht nur Distanzreiten. Aber hier waren mir die Sättel eindeutig zu teuer.
Recht unbedarft habe ich mir denn über eine Kleinanzeige ein älteres und sehr einfaches Modell gekauft (für 450 €) und war nach dem Auspacken erstmal enttäuscht: Es sah sehr billig aus, auf den Fendern war nicht die typische ROC-Prägung und auch im Sitz ließ sich keine finden. "Betrug!" dachte ich und schrieb direkt an die Firma, um Hinweise auf Echtheit zu finden. Okay, das tut nichts zur Sache jetzt. Der Sattel ist wohl echt, die Fender und Bügel sind allerdings von einer anderen Firma. Da ich ein recht altes Modell erwischt habe, hat mein Sattel einen Podium-Baum (Podium ist eine andere Sattelfirma) aus Kunststoff. Die neueren ROC-Sättel besitzen einen Riese-Holzbaum. Dann musste ich aber noch rausfinden, ob der Sattel passt und wie ich ihn angepasst kriege. Ich hatte Glück und fand bei Facebook eine sehr gute Quelle für Tipps rund um diese Sättel. Mit ihrer Hilfe und der Anleitung, die man auf der ROC-Homepage bekommt, begann ich dann selber, meinen Sattel anzupassen:
Praktischerweise kann man bei diesen Sätteln den Baum ausbauen und ihn so ohne störende "Verkleidung" direkt anprobieren. Lediglich das Sitzfell ist festgeklebt und wurde von mir im ersten Schritt nicht entfernt. Später habe ich es dann doch abgezogen und mir ein bequemeres Sitzpolster gebastelt.






Wie man auf den ersten beiden Bildern sieht, sind die Orte bei diesem Baum schön kurz, sodass die Gefahr sehr klein ist, dass sie auf die Schulter drücken. Der Baum selber ist auch sehr, kurz und endet etwa 2 cm vor dem ersten Lendenwirbel.
Der Blick von vorne in die Kammer zeigt, dass genügend Platz ist und die Orten parallel zur Schulterpartie verlaufen.

Unter dem Baum werden Platten befestigt, die die Auflagefläche vergrößern und den Druck verteilen helfen. Bei meinem Modell waren 2 unterschiedlich große schwarze Platten dabei, die ich übereinander montiert habe.
Von vorne kann man sehen, dass sie sich nicht perfekt an die Konturen anschmiegten.



Daher habe ich sie übers Internet gegen eine weiße und eine kleinere schwarze Platte getauscht. Die weiße Platte ist etwas biegsamer und ich hatte gelesen, dass diese eher für rundliche Pferde geeignet ist als die schwarze.


Wenn man mit den Platten zufrieden ist, werden die Polster hinzugefügt. Der Sattel wird gepolstert, indem man Stiftlatex und PU in die Decke schiebt. Es gibt ein großes Fach für die Hauptpolster und kleine auf jeder Seite für die sogenannten Balancepolster, über die man sowohl die seitliche Balance, als auch das Gleichgewicht nach vorne und hinten herstellen kann. Ich habe leider keine Bilder von dem Sattel mit montierter weißer Platte und der Decke gemacht, daher hier noch ältere mit den schwarzen Platten.


Wenn alles sitzt, schiebt man die Platten zum Schluss in passende Fächer in der Decke, damit sich Sattel und Polster nicht trennen können.

Wie man auf dem linken Bild und auch auf dem mit mir im Sattel sehen kann, ist die Sitzfläche leicht nach vorne geneigt. Um dies auszugleichen, habe ich vorne Balancepolster eingeschoben, links mehr als rechts, weil der Sattel nach rechts rutschte.

Auf dem letzten Bild schließlich sieht man, wie der Sattel nach einem Ausritt lag: Leider im Verhältnis zum Gurt etwas nach hinten gerutscht, aber sonst noch ordentlich. Und vor allem: Salut hält den Rücken noch oben!
Da die Position der Gurtaufhängung veränderbar ist, werde ich das Problem mit dem rutschen bestimmt auch noch in den Griff bekommen. Stoff für eine weitere Folge Sattelkunde....




Montag, 2. Februar 2015

Seelenspiegel

"Die Pferde spiegeln uns" - diese Aussage habe ich schon so oft gehört, aber erst in der letzten Zeit wird mir bewusst, in welchem Ausmaß sie das tun.

Vor dreieinhalb Jahren habe ich eine neue Stelle angenommen und kurz darauf begonnen, meine Doktorarbeit zu schreiben.
Der geringe Verdienst bei hohem Frustrationslevel haben an meinen Nerven gezerrt, bis ich beschlossen habe, dort aufzuhören. Mit dem Entschluss ging es mir besser, doch ich habe einfach nichts anderes gefunden. Also hab ich die Zähne zusammengebissen und weitergemacht. Mit meiner Laune ging es bergab, ich musste einen Nebenjob annehmen, um den Stall bezahlen zu können, war oft bedrückt, ständig gestresst, müde und eigentlich immer unzufrieden.

Vor etwa 2 Jahren hatten die Prinzessin und ich einen - sagen wir - Könnens-Höhepunkt.
Dann lief es mit dem Pony plötzlich nicht mehr so gut. Die Prinzessin, schon immer eher in sich gekehrt und wenig arbeitsfreudig, zog sich immer mehr zurück, wurde "faul", entzog sich meinen Hilfen, bekam "Rücken" und war nicht mehr dieselbe. Dadurch ging es mir dann noch schlechter....

Ich hatte das Gefühl, dass mein Pony alles vergisst, was wir erarbeitet hatten und zudem körperlich abbaut. Es gab natürlich auch Hochs im Tief aber insgesamt war die Situation nicht zufriedenstellend.

Im Nachhinein kann ich hier Parallelen zwischen unseren Gemütsverfassungen erkennen.

Im Mai 2014 war dann endlich das Ende meiner Doktorandenzeit abzusehen, ich hatte mir den September zum Abgeben meiner Arbeit als Ziel gesetzt, die Auswertung meiner Studie lief gut und Schreiben ging auch. Tatsächlich abgegeben habe ich dann Mitte Oktober und seitdem geht es mir seelisch viel besser, ich bin entspannter, kann mich auf die Zeit in Dänemark freuen und bin auch in Gedanken ganz beim Pony, wenn ich mit ihr arbeite.

Seit Mitte 2014 hat sich auch unsere Arbeit langsam stabilisiert, wir haben keine Rückschritte mehr gemacht, seit Dezember 2014 geht es nur noch bergauf. Saluts Rückenproblem ist nicht wieder aufgetaucht.

Kann es sein, dass es meinem Pony so schlecht ging, weil es mir so schlecht ging? Und dass sie nun, nachdem ich selber entspannter und zufriedener bin, auch wieder aufleben kann? Ich kann es nicht wissen, aber vermuten.
Dass sie mich körperlich spiegelt, weiß ich. Spätestens seit ich mit der Freiarbeit begonnen habe, fällt mir immer wieder auf, wie entscheidend Kleinigkeiten in meiner Haltung sind, um auch ihre zu ändern. Nicht nur, dass sie den Kopf senkt, wenn ich mich vorbeuge, die Schultern dreht, wenn ich meine drehe und langsamer und schneller wird, je nachdem, wie ich laufe. Nein, auch wohin ich mit den Augen schaue und was ich mit meinen Händen mache entgeht ihr nicht und wird - zumindest an sehr aufmerksamen Tagen - imitiert.

Auch bei meinen Reitschülern konnte ich dieses Phänomen beobachten, wenn auch immer nur auf den kurzen Zeitabschnitt einer Unterrichtseinheit bezogen. Steigt jemand mit Stress aufs Pferd, wird das Reiten selten zufriedenstellend. Nicht nur der angespannte Rücken, zusammengebissene Zähne oder sonstige körperliche Auswirkungen von Stress behindern die Arbeit. Wer gestresst ist setzt - besonders in einer Reitstunde - sein Pferd unter großen Druck. Denn wir Freizeitreiter halten unsere Pferde zu unserer Entspannung. Wir erwarten also, dass sie uns von dem Alltagsärger befreien und laden ihn auf diese Weise auf ihrem Rücken ab. Das ist nicht fair. Kommt dann noch unsere Verspannung hinzu, muss das Pferd schon sehr unsensibel oder hart im Nehmen sein, um dennoch locker und motiviert zu laufen.

Mein Rückblick auf die letzten 3 Jahre lässt mich nachdenklich werden. Und er motiviert mich dazu, meine Arbeit mit Salut zu verändern. Er motiviert mich, mich mehr mit meiner seelischen Verfassung zu beschäftigen. Ich hoffe, eines Tages werde ich in der Lage sein, wirklich alles, was mich in der Nicht-Stall-Wirklichkeit beschäftigt, auszublenden und beim Pony NUR beim Pony zu sein.
 Aber bis es so weit ist möchte ich meinem Pony heute etwas versprechen: Wenn ich gestresst bin, egal ob von der Arbeit, der Freizeit, Beziehungen oder was auch immer, werde ich nicht von dir verlangen, MIT mir zu arbeiten. Dann darfst du OHNE mich laufen, springen, dich wälzen. Oder vielleicht gehen wir auch ins Gelände, joggen oder spazieren einfach nur, freuen uns über Bäume, Vögel und Blumen. Am Ende kommt ja auch alles wieder zu mir zurück: Nur wenn du glücklich bist kann ich es auch sein.



Montag, 26. Januar 2015

Stand der Dinge am 26. Januar 2015

Das letzte Update zu unserer Arbeit ist nun schon echt lange her und seitdem hat sich viel viel viel getan. Ich fasse mich kurz:

News:
  • Anfang 2014 habe ich in aller Heimlichkeit eine Bewerbung für einen Praktikumsplatz zu Bent Branderup geschickt. Es hat geklappt und so werden Salut und ich dieses Jahr 3 Monate auf Lindegaard verbringen und hoffentlich viel lernen. Im März geht es los.
  • Dazu sind wir nun auch motorisiert - Führerschein, Anhänger und Zugfahrzeug mussten erst erworben werden.
  • Ich habe mir einen neuen Sattel gebaut (darüber bald mehr in einem Extra-Post), mit dem wir nun schöne Ausritte machen können. Auch Springen geht so halbwegs damit und sogar für das Dressurreiten funktioniert er überraschend gut. Saluts Rücken ist seitdem nicht mehr druckempfindlich gewesen.
Arbeit:
  • Es hat lange gedauert, aber im Verlauf des Jahres hat sich unsere Arbeit endlich wieder verbessert. Ich möchte nicht abstreiten, dass dies zu großen Teilen daran liegt, dass ich endlich entspannt bin, nachdem ich im Oktober meine Doktoarbeit abgeschlossen und eingereicht habe. Die Prinzessin ist seit Dezember plötzlich motiviert und engagiert. Sie arbeitet mit und versucht, Antworten zu finden, die mich freuen. Und das tun sie. Wir haben so viel Spaß wie lange nicht mehr und viele Baustellen können wir nun angehen und Lösungen finden.
  • Saluts Rücken ist in Ordnung, schwingt locker und lässt auch Biegung zu. Endlich können wir wieder am Galopp arbeiten. 
  • Bei der Bodenarbeit kann ich nun den Trab in die Arbeit einbeziehen und auch das Angaloppieren wird besser.

Kleine Sattelkunde - Allgemeines zum Sattel

Heute fasse ich zunächst meine allgemeinen Erkenntnisse zum Thema Sattel zusammen - kurz und lückenhaft, wie gesagt, es sind die für mich wichtigsten Erkenntnisse. Wenn jemand mehr wissen möchte, empfehle ich die Lektüre der unten angegebenen Quellen.

Was ist die Aufgabe des Sattels?
Grob zusammengefasst soll der Sattel die Wirbelsäule des Pferdes vor Druck schützen. Das weiß eigentlich jeder. Druck entsteht, wenn wir uns ohne Sattel auf den Pferderücken setzen, nicht nur dadurch, dass unsere vielleicht spitz hervorstehenden Gesäßknochen in die Muskulatur drücken, sondern auch dadurch, dass das Gewebe straff über den Dornfortsätzen der Wirbel gespannt wird. Darüber hinaus sind wir alle ein wenig schief und verteilen unser Gewicht, also den Druck, vielleicht nicht ganz gleichmäßig auf die rechte und linke Seite. Auch dies soll der Sattel ausgleichen. Damit soll es dem Rücken ermöglicht werden, ungestört zu schwingen [2.2]. Aber nicht nur nach rechts und links, auch über die gesamte Auflagefläche soll der Sattel das Gewicht verteilen, um dem Pferd das Tragen des zusätzlichen Gewichts zu vereinfachen [1]. Was viele vergessen ist, dass außerdem auch Reibung über den Dornforsätzen entsteht, indem wir in der Bewegung auf dem blanken Pferderücken sitzen [1].  
Auf der anderen Seite dient der Sattel aber auch uns, unseren Hilfen und damit der Kommunikation mit dem Pferd. Stellt euch ein ganz dünnes Pferd vor: Könnt ihr da drauf sitzen und feine Hilfen geben, ohne euch mit den Beinen festzuklammern? Ein hervorstehender Widerrist verhindert ebenfalls sehr effektiv einen entspannten Sitz. Am anderen Ende der Skala stellt euch jetzt ein extrem dickes, oder sagen wir lieber breites, rundrippiges, Pferd vor: Ihr könnt eure Beine nicht hängen lassen, die wandern immer nach vorne und ihr landet im Stuhlsitz. Der Sattel soll also die Anatomie des Pferderückens und die des Menschenbeckens einander näher bringen und Hilfengebung vereinfachen [1]. Auf dem runden Rücken soll er nach unten breit sein, die Sitzfläche aber soll schmaler sein als das Pferd. Das schmale Pferd muss er ein bisschen breiter, griffiger machen. Und so weiter, ich glaube, ihr wisst, worauf ich hinaus will.

Darüber hinaus soll der Sattel besonders das Reiten in der Wahl-Disziplin erleichtern.
Je nachdem, was wir mit dem Pferd vorhaben, ist nicht jeder Sattel gleich gut geeignet. Es ist keine Geldmacherei, dass Sattler so viele Satteltypen anbieten: Dressur, Springen, Vielseitigkeit mit verschiedenen Ausrichtungen; unterschiedliche Westernmodelle; etwas spezieller Isländer- und Friesensattel, Distanzsattel usw.
Abhängig davon, was wir mit dem Pferd und Sattel annstellen möchten brauchen wir Pauschen, ein Horn, einen besonders leichten Sattel, den Schwerpunkt weiter vorn oder hinten usw.
Und nicht zu vergessen: Der Sattel dient auch unserer Sicherheit! [2.2].

Worauf ist bei derAuswahl des Sattels zu achten?
Besonderes Augenmerk ist auf die anatomischen Gegebenheiten des Pferdes zu legen. Auf keinen Fall darf der Sattel zu lang sein (s.u.). Ebensowenig darf er auf der Schulter liegen. Auch Bemuskelung, Form des Widerristes, Schwung des Rückens (z.B. Senk- oder Karpfenrücken) müssen beachtet werden.
Bei aller Rücksicht auf das Pferd muss der Sattel aber auch dem Reiter passen. Denn sitzt der nicht bequem, kann er nicht korrekt einwirken und stört das Pferd, selbst wenn der Sattel super passt. Hier müssen Hosengröße und Sitzlänge zusammenpassen und die Polsterung des Sitzes muss dem Gewicht und eventuellen Vorlieben entsprechen. Aber auch die Neigung der vorderen Hälfte der Sitzfläche und die Anbringung der Steigbügel, welche die Lage des Beins beeinflusst, sind zu berücksichtigen. Je nach Beinlänge empfiehlt sich ein Sattel mit mehr Vorschnitt [1]. Manche Reiter fühlen sich auf einem breiteren Sattel wohl, anderen ist ein schmaler lieber, wobei die Breite des Beckens hier wesentlichen Ausschlag gibt.

Sind Form und Farbe beim Sattelkauf wichtig?
Nun, wenn man sich einen neuen Sattel leistet kann man vielleicht das gleiche Modell in schwarz oder braun haben. Oder mit farbigem Rand am Hinterzwiesel oder ohne. Bei Pferden, die eine sehr einfache Sattellage haben, für die prinzipiell verschiedene Modelle in Frage kommen, kann vielleicht auch beim Kauf eines gebrauchten Sattels Rücksicht auf Farbvorlieben genommen werden. Für mich fällt diese Option aber komplett raus - einen neuen Maßsattel kann ich mir nicht leisten und passende Gebrauchtsättel sind Mangelware für die Prinzessin. Ich habe mich darüber hinaus auch gleich von dem Wunsch nach einem Dressursattel getrennt und mich darauf beschränkt, ein Modell zu finden, das überhaupt passt. Ich hoffe aber, dass wir hier die Ausnahme sind. Dennoch für alle anderen, die auf der Suche sind: Versteift euch nicht auf die Vorstellung einer Sattelart, Marke oder Farbe; seid offen und probiert unterschiedliche Typen aus und wenn euch ein Sattel begegnet, der wirklich passt, und für euren Zweck funktioniert, haltet ihn fest anstatt euch über das Design zu ärgern! Euer Pony wird es euch danken, indem es fortan freier, lockerer und freudiger unter euch läuft.

Und nun die Frage, die uns besonders am Herzen liegt:
Woran erkenne ich, dass der Sattel passt?
Tja, die Million-Euro-Frage. Nochmal: Ich liefere hier bloß eine Übersicht der Dinge, auf die ich zu achten gelernt habe. Wer es genauer wissen möchte, schaut bitte in die unten empfohlenen Bücher.
1) Sattel ohne Pferd:
  • Der Baum darf nicht verzogen, also zu einer Seite schief sein und die Kissen sollten auf beiden Seiten gleich dick und gleich fest sein. Man kann das prüfen, indem man ihn sich mit der Vorderkante auf die Füße stellt, die Sitzfläche in Richtung der Beine. Wenn man nun von oben über die Unterseite des Sattels schaut, kann man erkennen, ob der Sattel gerade und symmetrisch verläuft und ob die Kissen die gleiche Dicke aufweisen. Die Aufmerksamkeit ist hier daruaf zu richten, dass die Mitte des hinteren Sattelkranzes auf einer Linie liegt mit der des vorderen.
  • Der Sattelbaum darf sich nicht verbiegen lassen, das würde darauf hindeuten, dass er selbst oder das Kopfeisen gebrochen ist [1].
  • Die Kissen sollen elastisch und frei von Knubbeln sein. Das kann man einfach durch etwas festeres Drüberstreichen erfühlen [1 und 2.2]
2) Im Stehen:
  • Der Sattel liegt mit seiner vorderen Kante hinter dem hintersten Punkt der Schlter (kann man ertasten) und endet spätestens am 18. Brustwirbel [1]. Diese ist bei vielen Pferden einfach zu erkennen: Fühlt man die Wirbelsäule entlang kann man meist einen Huckel in etwa dort spüren, wo man das Ende des Sattels vermutet. Sofern es sich hier nicht um eine Auswirkung eines unpassenden Sattels handelt, ist dies der erste Lendenwirbel. Der Sattel muss also DAVOR enden.
  • Von vorne betrachtet soll der Ortsstand parallel zur Schulter verlaufen, damit diese in der Bewegung darunter geschoben werden kann [2.2]. Auch der Rest des Sattelbaumes, also des festen Teils des Sattels, soll von vorne betrachtet parallel zur Rundung des Rückens verlaufen. Hierzu hat Marc Lubetzki in seinem online verfügbaren Buch "Die Sattelprobe" anschauliche Skizzen [1].
  • Die Polsterung, bzw. das Sattelkissen, entspricht der Form des Rückens, des Trapezmuskels und seinem Übergang zur Schultermuskulatur. Das Kissen sollte nicht dem Rücken entgegen gebogen sein [2.2].
  • Sowohl vorne (unter den Ortsspitzen), als auch hinten sollte man noch eine Hand unter den Sattel schieben können, wenn man drauf sitzt. Die Hand muss ebenso leicht auch wieder darunter hervor zu ziehen sein [2.2]. Der Sattel darf weder eine Brücke über den Rücken, noch eine Wippe bilden [1].
  • Der Schwerpunkt des Sattels soll beim 12. oder 13. Brustwirbel liegen [1] (zu ermitteln z.B., indem man vom ersten Lendenwirbel 6-7 Wirbel nach vorne zählt). Dazu schaut man sich Pferd und Sattel am besten mit etwas Abstand von der Seite an. Der tiefste Punkt des Sattels entspricht dem Schwerpunkt. Barock- und Westernsättel dürfen ihren Schwerpunkt etwas weiter hinten haben [1].
  • Auch nach längerem Reiten müssen noch mehrere Finger unter den Sattelkopf/ Vorderzwiesel passen [2.2].
  • Weder die Sturzfeder noch die Riemen dürfen nach unten hin drücken. [2.2]. Zur Überprüfung wird eine Hand unter die Steigbügelaufhängung mit eingehängtem Bügelriemen geschoben, wobei Sturzfeder und Riemen nicht zu tasten sein sollen. 
  • Die Kissen müssen genügend Platz für die Wirbelsäule und die Muskeln lassen. Besonders vorne! Am Trapezmuskel sollten mindestens ca. 8 cm Platz zwischen dem linken und rechten Kissen sein [2.2], der alte Sattlermeister Otto von Bartholdy verlangt sogar 10 [2.3].
  • Wenn gegurtet wird, soll die vordere Gurtstrippe senkrecht verlaufen. Tut sie das nicht, wird der Sattel durch die Gurtung beim Reiten mit großer Wahrscheinlichkeit aus seiner Position nach vorne oder hinten gezogen [1].
In der Bewegung:
  • Das Pferd läuft mit losgelassenem Rücken [1 und 2.2], zu erkennen daran, dass der Rücken sich bewegt und der Bauch von einer Seite zur anderen pendelt. Der Schweif wird dabei (bei den meisten Pferden und wenn diese entspannt sind) locker hin und her schwingend getragen.
  • Das Pferd tritt mit den Vorderbeinen wirklich vor und hebt die Schultern dabei.
  • Auf einer kleinen Volte bleibt der Sattel mittig auf dem Pferd liegen, rutscht weder nach außen, noch nach innen (von vorne und hinten betrachten!).Wenn die hintere Sattelpartie nach außen rutscht, ist der Sattel wahrscheinlich zu eng am Trapezmuskel [2.2].
  • Der Sattel darf in der Bewegung nicht auf den Rücken schlagen, sich nach vorne, hinten oder zur Seite bewegen [1].
Nicht zuletzt ist es natürlich wichtig, wie sich der Reiter auf dem Sattel fühlt. Er darf sich nicht eingeengt vorkommen, schief hingesetzt (vorne-hinten und rechts-links) werden oder rutschen. Der korrekte aufrechte Sitz soll einfach sein. Pauschen, die die Beine in eine bestimmte Lage bringen, behindern einen lockeren, offenen Sitz


Quellen:
1: Lubetzki, Marc (2010): Die Sattelprobe; 5. Auflage 2010
2: Stodulka, R.; Weiß, E. & Meyners, E. (2013): Medizinische Sattellehre. Der pferdegerechte Sattel nach veterinärmedizinischen, funktionellen und biodynamischen Grundsätzen. Mit einer Neuausgabe von Bartholdy, O.v.: Anleitung zum Sattelbau; Hildesheim, Zürich, New York: Georg Olms Verlag
       2.1: Stodulka, R.
       2.2: Weiß, E.
       2.3: Meyners, E.
       2.4: Bartholdy, O.v.